Technologische Innovationen für den Erzabbau in der Peñasquito-Mine von Goldcorp

Fallstudie

Autor: Christian H. Calderón Arteaga

Die in der Nordostecke des mexikanischen Bundesstaats Zacatecas gelegene Peñasquito-Mine ist das größte Goldabbaugebiet Mexikos. Sie besteht aus zwei Tagebaugruben – Peñasco und Chile Colorado – in denen Gold, Silber, Blei und Zink gefördert wird. Der Abbau wurde 2010 aufgenommen. Die volle Förderkapazität war 2011 erreicht. Aus den Tagebaugruben werden ein Sulfidkonzentrator (Mühle) und eine Laugungshalde beschickt. Eigentümer der Peñasquito-Mine, einer Polymetall-Lagerstätte, in der Gold, Silber, Zink und Blei kommerziell abgebaut werden, ist das kanadische Unternehmen Goldcorp, Inc.


Neue Technologie zur Überprüfung des Metallgehalts von Erz



Weil davon auszugehen ist, dass die Qualität des Erzes während der Dauer des Abbaus abnimmt, muss Peñasquito von rückläufigen Abbaumengen ausgehen. Ein System zur Prognose des Metallgehalts von Erz und zur Ermöglichung fundierter Entscheidungen über die Weiterverarbeitung ist daher ein entscheidender Faktor für die Maximierung der Abbaumenge in Peñasquito. Diese Aufgabe übernimmt die neue OC-Technologie von Hexagon Mining, wobei OC für Ore Control steht. 

Die Lösung bietet Verbesserungen in puncto Geomodellierung, Materialdisposition und Modellabgleich. Durch den Einsatz der OC-Technologie wurden zudem Trennschärfe, Leistung und Datenverwaltung optimiert und Abweichungen zwischen Planung und Ausführung verringert. Die Kombination dieser Elemente hat zu einer höheren Effizienz des Betriebs insgesamt geführt.

Die OC-Lösung unterstützt die Verwaltung der Daten von Sprenglöchern, die Interpolation und Berechnung von Modellen sowie weitere Modellierungsaufgaben. Neue Datenbanken wurden angelegt, die zur Materialdisposition, für Routineaufgaben im Abbau, Modellabgleiche und die Kommunikation mit Drittanbietersystemen in der Mine eingesetzt werden. Die Sprengloch-Datenbank dient als primäre Informationsquelle für den Materialtransport durch das Flottenmanagementsystem und als Grundlage für die Erstellung verschiedenster Protokolle. Die Daten des OC-Systems werden in aussagekräftige Informationen zur Unterstützung von Entscheidungsfindungsprozessen in der Mine umgewandelt.


Kluge statt komplizierte Workflows



Der von den Verantwortlichen der Peñasquito-Mine früher angewendete Prozess zur Aktualisierung des OC-Modells war gespickt mit Problemen: Zwischenschritte der Benutzer waren nicht bekannt, die Anzahl an Schritten war zu hoch, und bei Fehlern im Prozess war es schwierig, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. All dies verhinderte, dass Peñasquito über ein robustes OC-System verfügte, das den neuen Anforderungen des Betriebs entsprach. Das Team wünschte sich eine höhere Zuverlässigkeit und Aussagekraft des Modells.

Deshalb wurde die alte Vorgehensweise durch einen neuen, standardisierten Workflow ersetzt, auf dessen Ergebnisse sich die Anwender als Basis für fundierte Entscheidungen verlassen können. Mithilfe von HxGN MinePlan Operations (dem Nachfolger von MineSight Axis) wurde ein neuer Workflow für das OC-System von Peñasquito entwickelt und umgesetzt. Der neue Workflow greift auf verschiedene Tools zur Lösung bekannter Probleme zurück.

Dank der neuen Technologie konnten wir die Zuverlässigkeit des Modells erhöhen, sodass wir genauere Aussagen über unsere Reserven treffen können“, zeigt sich Juan Barrios, der Verantwortliche von Peñasquito, erleichtert. „Außerdem ließ sich die Arbeitszeit im Zusammenhang mit einem Sprengpolygon verringern, und wir können beinahe in Echtzeit über die Ergebnisse verfügen und diese visualisieren.


Verbesserte Prozesse zur Überprüfung des Metallgehalts



Die umgesetzte Lösung enthält neue Tools für die folgenden Anwendungen: 

  • Aktualisierung des OC-Modells 
  • Verwaltung von Polygonen und Abbaufortschritt 
  • Protokollierung und Weitergabe aller erforderlichen Informationen an alle Verantwortlichen in der Mine 
  • Abgleich zwischen Explorations- und OC-Modell 

Diese Tools wurden in einer gemeinsamen, kundenspezifischen Benutzeroberfläche zusammengeführt, wo sie Schritt für Schritt abgearbeitet werden können. Zwischen den Tools findet ein Informationsaustausch statt, sodass dem Anwender alle für fundierte Entscheidungen erforderlichen Angaben vorliegen. 
Seit der Einführungen wurden qualitative, quantitative und begleitende Verbesserungen dokumentiert. 

Qualitative Verbesserungen: 

  1. Durch Nutzung der SQL-Servertechnologie wird eine höhere Datensicherheit erzielt. 
  2. Der Prozess wurde durch automatische Berechnungen und Benennungen automatisiert. 
  3. Der Prozess ist nachprüfbar; d. h. seine Ergebnisse können auch nach längerer Zeit reproduziert werden. 
  4. Der Anwender kann für fundierte Entscheidungen mit den Daten interagieren.

Quantitative Verbesserungen: 

  1.  Der neue OC-Prozess ist mit einer durchschnittlichen Reduktion von 75 Prozent in der Verarbeitungszeit wesentlich kürzer. 
  2.  Die für den monatlichen Abgleich benötigte Zeit wurde um ca. 80 Prozent reduziert. 

Begleitende Verbesserungen: 

  1.  Dichteberechnungen werden nun mit Explorations- und OC-Modellen abgeglichen. 
  2. Eine neue Grube wurde völlig ohne zusätzlichen Aufwand für die Projekteinrichtung in Betrieb genommen. 
  3.  Für die Planungsabteilung kann eine neue Prognose des verfügbaren Materials erstellt werden. 
  4. Neue tägliche und wöchentliche Abgleichsprotokolle können erstellt und von den Benutzern abgerufen werden. 

Die Inbetriebnahme des neuen OC-Systems auf der Basis der MinePlan-Software von Hexagon verkleinert die Lücke zwischen Ist- und Sollzustand. Die Software hilft nicht nur bei der Gestaltung eines intelligenten Wandels, sondern auch bei der Umsetzung wesentlicher Verbesserungen im OC-Prozess

 

 

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