Verbesserung der Infrastruktur mit automatisierter Maschinensteuerung

Fallstudie

Autorin: Karina Lumholt

Die schwedische Gemeinde Värmdö, die ca. 25 Kilometer nordöstlich von Stockholm liegt, ist eine attraktive Wohngegend im Stockholmer Schärengarten nur 20 Minuten außerhalb der Hauptstadt. In der Gemeinde befinden sich viele Sommerhäuschen, die derzeit zu ganzjährig bewohnbaren Unterkünften umgebaut werden. Das erfordert eine leistungsfähigere Trinkwasserversorgung, ein Abwasserkanalnetz, Breitband-Internet und besser ausgebaute Straßen.

Die Gemeinde Värmdö hat dem Bauunternehmen Frentab AB den Auftrag für die Erweiterung der Infrastruktur der Siedlung erteilt. Das Bauvorhaben soll Ende 2018 abgeschlossen werden. Frentab AB ist ein Familienunternehmen mit 30 Jahren Tradition und auf Gebäude und Infrastruktur spezialisiert. Dazu zählen auch Arbeiten in Wohngebieten wie diesem, in denen Rücksicht auf die dort lebenden Menschen und die Natur genommen werden muss. Bei diesem aufwändigen Projekt spielen Maschinensteuerungslösungen eine wichtige Rolle.


Die Verbindung zwischen Büro und Maschinen

Jonas Isaksson leitet die Erdbewegung von seinem Büro im 15 Kilometer entfernten Gustavsberg aus. Er nutzt Leica ConX, um Maschinen zu überwachen, die 15 Bagger auf der Baustelle zu managen und den Maschinen Referenzmodelle und Lokalisierungsdateien zuzuordnen. Darüber hinaus erfasst Isaksson mit ConX eine Bestandsdokumentation von den Maschinen, um sich aus der Ferne mit den Maschinenführern auszutauschen.


Nutzung der iXE Copilot-Funktion für das endgültige Planum



Maschinenführer Bertil Jakobsson ist bereits seit 15 Monaten vor Ort tätig und hebt Gräben mit einer Tiefe von ca. 60 Zentimetern für Wasser- und Abwasserrohre sowie für Elektround Breitband-Internet-Kabel aus. Wie viele seiner Kollegen ist Bertil besser bekannt unter seinem Spitznamen. Er lautet „Berra“, und ein entsprechender Schriftzug ziert sogar die Kabine seines Volvo EC250EL-Baggers.

Jakobsson nutzt durchgehend die Leica iCON iXE3-3D-Maschinensteuerungslösung für Bagger. „Ohne Maschinensteuerung müsste ich arbeiten, als wäre ich blind“, zieht Jakobsson einen treffenden Vergleich. „Ich bin bei meiner Tätigkeit nicht mehr von einem Vermessungstechniker abhängig. Früher konnte ich oft nur warten, bis ein Vermesser verfügbar und vor Ort war. Aber heute kann ich alles allein.

Jakobsson ist einer der ersten Maschinenführer weltweit, die den Leica iXE3 CoPilot einsetzen. Die erste automatisierte Tiltrotator-Lösung steuert die Neigungsfunktion von Baggern, deren Löffel mit einem Tiltrotator ausgestattet ist. Dieses System erleichtert die Bedienung des Tiltrotators, damit Maschinenführer wie Berra weniger stark ermüden und die gewünschte Neigung erzielen.

Ich habe auf einer großen Baustelle in Tollare mitgearbeitet, wo wir riesige ebene Flächen planieren mussten. Dort war mir der iXE3 CoPilot eine enorme Hilfe, weil ich nicht so rasch ermüdete und die richtige Neigung schneller erreichte. Bei einem Projekt wie hier in Värmdö nutze ich den iXE3 CoPilot für die letzte Schicht, bevor der Grader kommt. Der Vorteil ist, dass ich nicht die ganze Zeit auf die Anzeige schauen muss. Ich muss nur auf die Autotaste am Joystick drücken. Das macht meine Arbeit einfacher und schneller“, lobt Jakobsson. 


Wenn sich die Natur querlegt: Nutzung von 2D-Maschinensteuerung

Eines der Probleme bei der Arbeit in eng bebauten und bewaldeten Gebieten ist der mögliche Verlust des GNSS-Signals. In diesem Fall ist die Verwendung der 3D-Maschinensteuerung bis auf weiteres nicht möglich. Dann wechselt Jakobsson auf seiner Bedieneinheit in den 2D-Modus, und ein Vermessungstechniker muss ihm die Bezugspunkte einmessen. „Das Problem ist, dass Situationen wie diese heutzutage nicht mehr vorgesehen sind. Es gibt keine Vermesser, die für solche Tätigkeiten auf Abruf bereitstehen. Das bedeutet dann, ich muss warten“, so Jakobsson. 

Oder Jakobsson fährt mit seinem Bagger an eine Stelle mit besserer GNSS-Abdeckung und nutzt ihn zur Einrichtung eines Referenzpunkts, mit dem er sogar völlig ohne Empfang weiterarbeiten kann.

Die Vielseitigkeit der Maschinensteuerungslösung und die Möglichkeit, zwischen 3D- und 2D-Modus zu wechseln, ist bei Bauvorhaben wie diesem ein großer Mehrwert“, 
so Jakobsson abschließend.

 

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