Wie Superman: Mittels Röntgenblick durch Wände und Betonbauwerke hindurchsehen

Case study

Autor: Reka Vasszi

Regelmäßig durchgeführte Überwachungs- und Wartungstätigkeiten sowie umfassende Inspektionen gewährleisten, dass sich Dämme über ihre gesamte Lebensdauer in einem sicheren und voll funktionsfähigen Zustand befinden. Außerdem lassen sich Schäden durch Früherkennung minimieren. Vorbeugende Aktivitäten, wie die tägliche Überprüfung der Anlage oder die Reparatur defekter Wehre, Schleusentore oder Ventile, zählen zu den Routineaufgaben des Betreibers.

Allerdings ist es angesichts der Höhe und Zugänglichkeit der Dammkrone nicht leicht, die zu inspizierenden Bereiche auf der Unterwasserseite des Damms zu erreichen. Deshalb haben sich MEIJE, ein Elektromechanikunternehmen, und der Erzeuger erneuerbarer Energie Electricite de France (EDF) eine Lösung für die Wartungsarbeiten am BartheDamm ausgedacht: Mithilfe einer auf der Dammkrone an einem Kran montierten Winde können Fachleute zur Wartung der Ventile nach unten gelassen werden.

Das Vorhaben war eine Herausforderung. Zur Befestigung des Krans musste das Team 20 Löcher mit einer Tiefe von 80 Zentimetern in den verstärkten Stahlbeton bohren, in dem sich auf drei verschiedenen Ebenen – nämlich in 10, 30 und 50 Zentimetern Tiefe – Armierungseisen befinden. Um diesen Stahlgittern ausweichen zu können, wurde der Vermessungsdienstleister GéoSudOuest mit ihrer präzisen Ortung beauftragt.


Armierungsortung in Echtzeit



Entsprechend dem Firmenmotto, Menschen und Qualität immer in den Vordergrund zu stellen, liefert GéoSudOuest seinen Kunden grundsätzlich maßgeschneiderte, effektive Lösungen.

Das Armierungsgitter musste in Echtzeit während der Bohrung der Fixierungslöcher für den Kran geortet werden. Außerdem kam auch eine Imaging-Lösung zum Einsatz.

Die Fachleute von GéoSudOuest setzten das Leica DS2000-Radar zur Ortung von Versorgungsleitungen in Kombination mit dem Bodenradar IDS GeoRadar C-thrue ein, um die einbetonierten Stahlstäbe vor der Durchführung der Bohrungen in Echtzeit zu visualisieren und zu analysieren. Nach der Erfassung der drei Stabebenen mit dem DS2000 diente das C-thrue zur Bestätigung und Überprüfung der Messergebnisse. Dank der Zweifrequenzantennen beider Systeme konnte die exakte Position der Stahlgitter gleichzeitig in oberflächennahen und tieferliegenden Ebenen bis 80 Zentimeter exakt bestimmt werden.

„Trotz der mit den eng angeordneten Armierungseisen verbundenen Schwierigkeiten konnte GéoSudOuest die Stäbe mit hoher Genauigkeit erfassen. Die Lösungen von Leica Geosystems haben es uns erlaubt, die Positionen der Eisen auf allen Ebenen sauber zu orten“, zeigt sich Boulade Gérard, der Verantwortliche bei GéoSudOuest, zufrieden.

Das automatische Positions- und Navigationssystem des DS2000 hat die Produktivität von GéoSudOuest gesteigert und dem Unternehmen viel Zeit gespart. Nach der Datenerfassung wurden die Hyperbeln mit Schnittpunkten ausgewertet, um die Größe und Position der Zielobjekte zu ermitteln. Waren die Ergebnisse verifiziert, markierte das Team die Betonoberfläche zur Anzeige des Verlaufs der Armierungseisen in den unterschiedlichen Ebenen mit gelben und orangen Linien.


Ermittlung zuverlässiger Daten



Gleich nach Supermans Röntgenblick ist die Radartechnologie von Leica das beste Hilfsmittel zur effektiven Ortung von Armierungselementen und Leitungen im Boden. Durch genaue Scans und die Echtzeitauswertung der Daten der Dammkrone konnte das Team die benötigten 80 Zentimeter tiefen Bohrungen durchführen, ohne dabei mit den Stahlstäben zu kollidieren.

Das DS2000 und das C-thrue lieferten zuverlässige Daten in Echtzeit, und die gleichzeitige Visualisierung unterstützte das Treffen fundierter Entscheidungen direkt vor Ort.

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