Prozessverbesserungen beim Laserscanning

Autor: Monica Miller Rodgers

PUNKTWOLKENVERARBEITUNG

Dieses Wort treibt so manchem Vermessungsprofi Schweißtropfen auf die Stirn. Die unzähligen Stunden, die aufgewendet werden müssen, um die enormen Datenmengen der detaillierten Punktwolken peinlich genau zusammenzufügen. Der lange, steinige Weg von den im Feld erfassten Daten zu einem qualitätsgeprüften, validierten und zertifizierten 3D-Projekt, noch verschärft durch die Komplexität des Registrierungsworkflows. Kein Wunder, dass sich die Begeisterung für diese Technologie bei dem einen oder anderen Anwender schon etwas abgekühlt hat.

Doch Laserscanning-Profis und -Einsteiger können aufatmen: Der komplexe Prozess der Registrierung und Nachbearbeitung von Punktwolken hat sich gerade wesentlich vereinfacht.

NEUE SOFTWAREPRODUKTE BRINGEN ERLEICHTERUNGEN

Ausschnitt aus der neuen Registrierungssoftware zur Punktwolkenverarbeitung

Vor kurzem hat Leica Geosystems zwei neue Softwareprodukte vorgestellt, die den Aufwand der Punktwolkenverarbeitung deutlich reduzieren.

„Am Markt beobachten wir eine sprunghafte Nachfrage nach der digitalen Erfassung der Realität in 3D und einen ständig wachsenden Druck, rasch professionelle Ergebnisse bereitzustellen. Um diesen Bedarf zu decken, haben wir ein großangelegtes Technologieprojekt gestartet“, erklärt Faheem Khan, der für die Geschäftsentwicklung zuständige Vice-President von Leica Geosystems. „Von der Importdauer über die automatische Registrierung und die Qualitätssicherung bis hin zur Erstellung der gewünschten Datenprodukte haben wir praktisch jeden Prozessschritt in der Datenverarbeitung grundlegend verbessert, um für eine bessere Benutzerfreundlichkeit, höhere Geschwindigkeit und stärkere Automatisierung zu sorgen.“

Genau diese Eigenschaften zeichnen die neue Registrierungssoftware Leica Cyclone REGISTER 360 aus. Diese neue Punktwolkentechnologie erlaubt einen zehnmal schnelleren Import und die zentrale Speicherung und Archivierung von Punktwolken, wobei ein unbegrenztes Datenvolumen über die Cloud gestreamt oder mittels USB-Stick transportiert werden kann.

Cyclone REGISTER 360 setzt sich aus drei Hauptelementen zusammen:

  1. Ein Vorbereitungsbereich zur einfachen Definition des Importvorgangs, um gleich zu Beginn die bestmögliche Registrierung zu gewährleisten. Der Benutzer verschiebt die Daten per Drag & Drop und Cyclone erledigt den Rest: Im Hintergrund laufen mehrere automatisierte Prozesse zur Extraktion von Zielen, Erstellung von Normalen, Indexierung der Daten, Bereinigung von Ausreißern, Abgleichung von Mustern und Ausrichtung von Bildern sowie eine automatische Cloud-to-Cloud- und eine komplett netzwerkbasierte Registrierung. Das gewünschte Datenprodukt wird quasi auf Knopfdruck erstellt und kann sofort überprüft werden.
  2. Qualitätssicherung bzw. -kontrolle werden aufgrund ihrer inhärenten Komplexität und der fehlenden Automatisierung oft vernachlässigt. Mit Cyclone REGISTER 360 werden diese Prozesse durch neue integrierte Tools wesentlich einfacher.
  3. Im Protokollbereich unterstützen ebenfalls neue Tools die Erstellung aussagekräftiger Bericht über den Prozess der Datenverarbeitung. Auf Knopfdruck werden stapelweise Datensätze und Datenprodukte in verschiedenen Formaten erstellt. Der gesamte Prozess wird automatisiert und damit produktiver. Vor allem weil der Anwender entlastet von langwerigen, mühsamen Aufgaben produktivere Tätigkeiten ausführen kann.

„Durch die diese neuen Tools zur Automatisierung in der Qualitätssicherung können Profis und Laien dem einfachen, aber robusten Workflow zu folgen, der auf bewährten Verfahren der Branche basiert und garantiert präzise Ergebnisse erzielt“, so Khan.

Das zweite neue Softwareprodukt bringt Laserscanning endlich in die Cloud. Die neuen Leica TruView Cloud Services sind eine benutzerfreundliche, zuverlässige und sichere Plattform zur raschen, kostengünstigen und effizienten Weitergabe digitaler Echtzeit-Daten innerhalb eines an unterschiedlichen Orten angesiedelten Projektteams. Die Plattform verbindet Anwender, Standorte und Fähigkeiten. Der Administrator kann einfach kontrollieren, wer wo Zugang zu welchen Informationen erhält. TruView Cloud Services bietet Snapshot- und GeoTag-Funktionen sowie eine integrierte
Entwicklungsumgebung. Diese leistungsfähigen Tools unterstützen Kommunikation, Workflows und die Integration von Infrastrukturdaten und Applikationen. Daten von GIS/AM/FM- und Informationsmanagement-Lösungen können übernommen und Infrastrukturdaten über die automatische GeoTag-Analyse in Cyclone mit digitalen Daten der Realität verknüpft werden.

TruView Cloud Services ist das erste von vielen weiteren geplanten Cyclone Cloud Services-Modulen.

„Über TruView Cloud Services können Vermessungsprofis mit Organisationen weltweit zusammenarbeiten und nur für die Dienste und das Volumen bezahlen, das sie benötigen“, erläutert Khan. „Durch das einfache Hochladen von Daten aus dem Feld oder dem Büro werden TruViews von jedem Sensor erstellt.

TruView Cloud Services werden vom Cyclone Cloud Team bereitgestellt und verwaltet, damit Vermessungsprofis nicht völlig von den komplexen IT-Anforderungen vereinnahmt werden, die mit der Wartung hochverfügbarer Cloudserver und -dienste einhergehen.“

VEREINFACHTE PROZESSE FÜR ALLE ANWENDER

PC symbolisiert vereinfachte Prozesse

Cyclone REGISTER 360 und TruView Cloud Services sind mit der gesamten Laserscanner-Produktlinie von Leica Geosystems kompatibel. Von den ScanStations der Modellreihe P für professionelle Anwendungen bis hin zum neuen BLK360, dem weltweit kleinsten bildgebenden Laserscanner, erleichtert das neue Softwareangebot den Benutzern die Registrierung, Visualisierung und Zusammenarbeit. Die Anwender können sich den erweiterten Messbereich und die zuverlässigen Ergebnisse der ScanStation in Vermessungsqualität zunutze machen und die erfassten Daten noch durch einige Scans des BLK360 verdichten – sämtliche Messdaten werden mithilfe der Tools und Prozesse von automatisch registriert und kombiniert.

Dank dieser neuen Softwareprodukte können die Daten einfach und ohne aufwändige Import- und Exportvorgänge in den vertikalen Softwarelösungen unterschiedlicher Branchen verfügbar gemacht werden. Mithilfe von Leica JetStream, der Plattform für vereinfachten Punktwolkenzugriff und Hochgeschwindigkeits-Rendering, lassen sich 3D-Daten jedes gängigen Sensors in jede übliche Software importieren.

„Wir wollen ein Informationsökosystem bereitstellen, das unterschiedliche Sensoren und Anbieter nahtlos integriert“, sagt Khan. „Alle unsere Softwareprodukte basieren auf der gleichen Technologie. Deshalb können aufwändige Exportvorgänge entfallen.“ Durch Cyclone REGISTER 360 und TruView Cloud Services verliert die Registrierung und Verarbeitung von Punktwolken ihren Schrecken. Ob sich ein Betriebsleiter einen Überblick über die Haltbarkeit von Rohren verschaffen, ein Tatortermittler Beweismittel analysieren und Daten weitergeben oder ein Architekt rasch eine Fassade dokumentieren will – die neuen Softwareprodukte erleichtern allen Anwendern durch intelligentere Prozesse die Arbeit.

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