Revolution durch Laserscanning beim Bau von Luxusyachten

Case study

Autor: Reka Vasszi

Schnittig durch den Ozean pflügen, zuhören, wie der Wind die Segel bläht, und die Sonne auf der Haut spüren … Royal Huisman, eine niederländische Werft für Superyachten, sorgt dafür, dass all das in der luxuriösesten Umgebung geschieht, die überhaupt möglich ist.

Elfje, die Fee zur See, ist eine 52,36 Meter lange ökologische Luxusyacht, die von Royal Huisman auf der Werft Vollenhove in den Niederlanden gebaut wurde. Für die elegante Außenansicht und Technik zeichnet Hoek Design verantwortlich, für das gediegene Innendesign Redman Whiteley Dixon.

Vom Konzept bis zur Fertigstellung dauerte es vier Jahre. Um diese Frist zu verkürzen, beauftragte Royal Huisman das niederländische Büro für luxuriöse Inneneinrichtung Lido2D3D, eine Lösung zur Beschleunigung der Tischlerarbeiten an den Deckshäusern zu finden.


Innovation im Ausbauprozess



Lido2D3D setzt Kundenwünsche in detaillierte 3D-Pläne als Grundlage für den Innenausbau um. Das Unternehmen nutzt 3D-Laserscanner, um die Schiffe millimetergenau zu vermessen. Die so generierten 3D-Modelle dienen als Grundlage für die Ausarbeitung genauer Innenausbaupläne.

„Praxis, Erfahrung und Handwerkskunst sind die Elemente, aus denen wir Wissen und Perfektion schöpfen. Deshalb verwenden wir modernste Laserscanning-Technologie, um unseren Kunden genaueste Ergebnisse zu liefern“, erklärt Folkert Boermans, der Gründer von Lido2D3D.

Die Tischlerarbeiten an den Deckshäusern sind aufwändig und erfordern erfahrene Handwerker, die sich keine Fehler leisten. Deckshäuser bestehen aus einem Aluminiumrahmen, der mit massivem Teakholz verkleidet wird. Um die einzelnen Formen für die Verkleidung festzulegen und das Holz zuzuschneiden, erfasste Lido2D3D das Schiff mit einem Leica ScanStation P20-Laserscanner. Ein digitales 3D-Modell wurde erstellt, um die benötigten Teile mithilfe einer CNC-Fräse zu produzieren.

Das Scannen der beiden Deckshäuser von außen und innen mithilfe der Kombination aus ScanStation P20 und Leica FlexLine TS09-Totalstation dauerte nur acht Stunden. Anschließend wurde die Punktwolke registriert und mit der Leica Cyclone REGISTER 360-Software nachbearbeitet. Sobald das Polygonnetz vorlag, wurde ein DGM erstellt, das an eine beliebige CAD-Software übermittelt werden kann. Dank der Effizienz der Lösung von Leica Geosystems kostete das komplette Vorhaben vom ersten Scan bis zum DGM die Experten von Lido2D3D nur 58 Stunden.


Netzmodell von Elfje

Durch das detaillierte 3D-DGM mit exakten Abmessungen konnte Royal Huisman alle Teile der Verkleidung mit der CNC-Maschine vorbereiten, was Zeit sparte und die Qualität des Endprodukts hob.

„Mit der Anwendung eines 3D-Laserscanners im Yachtbau betreten wir Neuland. Wir benötigen sehr detaillierte Daten des Schiffs, weil wir die meisten Pläne für den Innenausbau in 3D erstellen. Unsere P20 vermisst die Yacht millimetergenau. Damit bietet er uns die bestmögliche Basis für exakte Zeichnungen der Innenräume“, erklärt Boermans.


Durchführung zuverlässiger Messungen



Elfje wurde für professionelle Ansprüche, hohe Geschwindigkeiten und die Teilnahme an Segelregatten designed. Als Lido2D3D beauftragt wurde, die Lukentür für das Beiboot zu vermessen, waren mit dieser Aufgabe zwei Herausforderungen verbunden: Erstens musste das Team die Messung gleich beim ersten Anlauf fehlerfrei durchführen, weil sich die Yacht in Antigua befand, während die Luke in den Niederlanden hergestellt werden würde. Die neue Luke würde nach der Fertigstellung verschickt werden, wohin sich das Schiff zu diesem Zeitpunkt auch befindet, und vor Ort montiert. Deshalb war es wichtig, dass die Maximalabweichung von der Messgenauigkeit nicht mehr als zwei Millimeter beträgt.

Die zweite Herausforderung war, dass sich das Schiff im Wasser befand und der Kompensator des Scanners und der Totalstation nicht verwendet werden konnte.

Um diese Herausforderungen zu meistern, setzte das Team die P20 gemeinsam mit der TS09-Totalstation ein. Nach dem Scannen der Luke und des umliegenden Decks in geschlossener Position führte Lido2D3D dieselbe Messung noch mit geöffnetem Deck durch. Außerdem wurden die Abdichtung des Decks und die Außenform der Luke mit der Totalstation vermessen. Um einen Abgleich der Daten der Totalstation mit der hochgenauen Punktwolke des Laserscanners zu ermöglichen, nutzte Lido2D3D Zielmarken aus Papier.


Analyse der kleinsten Details



Um die Elfje auf Höchstgeschwindigkeit zu trimmen, musste Royal Huisman sie mit einem neuen Ruder ausrüsten. Für ein ideales Strömungsverhalten müssen die Ruderblätter auf beiden Seiten identisch sein. Deshalb ließ das niederländische Unternehmen von Lido2D3D eine Analyse auf mögliche Abweichungen vornehmen.

Nach dem Scannen der Elfje mit der ScanStation P40 wurden die neuen Ruderblätter mit einem theoretischen 3D-Modell abgeglichen, das es den Spezialisten ermöglichte, kleinste Unterschiede zwischen dem rechten und dem linken Teil des Ruders wahrzunehmen.

Für den Bau von Luxusyachten ist Laserscanning eine echte Revolution, da es die Qualität und Effizienz fast aller Beteiligten erhöht. Von der Planung über den Bau und die Möblierung – Laserscanning bietet immer dort eine zuverlässige Lösung, wo die Messungen stimmen müssen.

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Branchenlösungen für Laserscanning

Mit der Einführung von Laserscanning wird das Messen und Dokumentieren branchenübergreifend vereinfacht und verbessert.

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