Hoch hinaus im Hafen

Case Study

Autor: Arno Kijzerwaard

In einer Welt, in welcher der Gütertransport mit ISO-Containern ständig zunimmt, wachsen auch die Schiffe stetig. Infolgedessen sind Häfen auf der ganzen Welt gezwungen, zur Ladung und Löschung dieser Schiffe in größere Containerbrücken zu investieren.

Diese Containerbrücken werden nicht nur immer schneller auch ihr Automatisierungsgrad wächst. Geschwindigkeiten der Laufkatze von bis zu 240 oder sogar 300 Metern pro Minute sind keine Ausnahme mehr. Auf einer 100 Meter langen Laufbahn legt eine Laufkatze rund 10.000 Kilometer pro Jahr zurück.

Ein wichtiger Faktor bei der Wartung ist der Verschleiß an der Kontaktstelle zwischen der Laufbahn und den Rollen der Laufkatze bei hohen Geschwindigkeiten. Die wirksamste Form der Vorbeugung für diesen aggressiven Verschleiß ist die präzise Ausrichtung der Rollen.


ALLES AUF SCHIENE

Obwohl die Ausrichtung der Stahlrollen auf der Laufbahn problemlos für jeden machbar sein müsste, der einen Theodolit besitzt, sieht die Sache auf einem im Wind schwankenden Stahlträger in 50 Metern Höhe ganz anders aus – abgesehen davon, dass derjenige vorher oft um die halbe Welt gereist ist, um den Hafen zu erreichen.

Die präzise Ausrichtung der Rollen der Laufkatzen ist ein Nischenmarkt, die Häfen sind die einzigen Kunden. Langeveld Cranes blickt auf annähernd ein Jahrzehnt Erfahrung zurück und hat dabei eine gewisse Meisterschaft entwickelt. So konnten bereits weltweit rund 300 Projekte erfolgreich abgewickelt werden.

In der Vergangenheit wurde eine Totalstation Leica TS30 verwendet; Langeveld hat seinen Gerätepark aber unlängst um eine Totalstation Leica Nova TS60 erweitert. Die TS60 wird in Verbindung mit einem Tablet Leica CS35 und der von Langeveld eigens entwickelten Software zur Rollenausrichtung  genutzt.


EXTREME ARBEITSBEDINGUNGEN

Die Toleranzen für die Rollenausrichtung wurden in den 1970er-Jahren festgelegt. Laut den klassischen Normen im Kranbau beträgt der maximal zulässige Rollenwinkel 0,4 mm/m.
Dieser Wert ist keineswegs gleichbedeutend mit guten Laufeigenschaften. Langeveld konzentriert sich bei der Ausrichtung auf gute Laufeigenschaften und kann einen noch nie dagewesenen Grad an Genauigkeit erzielen.

Für diesen Genauigkeitsgrad steigen die Anforderungen an die Messungen. Die Totalstationen müssen wieder und wieder exakte Ergebnisse liefern. Die von Langeveld vorgenommene Rollenausrichtung wesentlich genauer, als es alle Vorgaben in den Normen fordern.

Das Klima im Einsatzhafen ist ein weiterer wichtiger Aspekt, der berücksichtigt werden muss. Der Arbeitstemperaturbereich eines Messgeräts wird in einer einzigen Zeile im technischen Datenblatt angegeben. Bei Aufträgen in der Nähe des Firmensitzes in den Niederlanden ist die Einhaltung dieser Spezifikation ein Kinderspiel. Schwieriger wird es hingegen, wenn im Winter Arbeiten in
Skandinavien durchgeführt werden müssen, und gleich darauf möglicherweise in den Tropen am Äquator.

In Dutzenden solcher Projekte hat die Totalstation TS30 bereits ihre Stabilität bewiesen. Selbstverständlich wird das Instrument vor jedem Arbeitstag akklimatisiert, doch extreme Schwankungen der Umgebungstemperatur sind bei dieser Tätigkeit keine Seltenheit.

„Unsere Leica Geosystems-Totalstationen waren in Häfen in jedem erdenklichen Klima und auf fast allen Kontinenten im Einsatz“, lässt Casper Langeveld, der Eigentümer von Langeveld Project Management, die Vergangenheit Revue passieren.„Wie sie auch transportiert werden und auf welche Umgebungsbedingungen sie auch treffen – unsere Totalstationen müssen immer voll einsatzfähig sein und die Messungen liefern, die wir benötigen. Zum Glück können wir uns darauf verlassen, dass unsere Ausrüstung hochwertige Ergebnisse bringt.“


NEUE TRENDS, NEUE ANFORDERUNGEN

Die jüngsten Entwicklungen in der Automatisierung von Containerbrücken haben völlig neue Herausforderungen ergeben.

Früher befand sich der Kranführer praktisch direkt über der Last, sodass er jede Bewegung, jeden Schlag und jedes Geräusch unmittelbar wahrnehmen und darauf reagieren konnte. Dabei konnte es sich um einen Funkspruch an einen Serviceingenieur oder – im schlimmsten Fall – um das Stoppen des Krans handeln.

Durch die zunehmende Automatisierung sowie die Möglichkeit der Fernbedienung fahren die Containerbrücken führerlos. Ungewöhnliche Geräusche oder Stöße blieben ungehört. Umso wichtiger ist es, dass die Laufkatze reibungsloser läuft als je zuvor, da Abweichungen wesentlich länger unentdeckt bleiben.

Zur Abdeckung des steigenden internationalen Bedarfs war die TS60 die logische Wahl als Nachfolgerin der TS30. Die ATRplus- Funktion maximiert die Fähigkeit der TS60 zur kontinuierlichen Verfolgung des Ziels ohne Ablenkung durch die vielfältigen Fremdreflexionen in einem Hafen.

Ein zusätzlicher entscheidender Vorteil für Langeveld ist , dass das Unternehmen auf der TS60 seine selbstentwickelte Software gleichzeitig mit der 3D-Feldsoftware Leica Captivate nutzen kann. Das ermöglicht die interne Kommunikation mit den Totalstationen und damit ein einheitliches Arbeitsumfeld.

„Wir vertrauen den robusten Lösungen von Leica Geosystems für unser Unternehmen“, so Langeveld voller Überzeugung.„Gemeinsam sind wir ein starkes Team.

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