Wie funktioniert er? Was ist das Besondere daran?

Der weltweit schnellste und benutzerfreundlichste GNSS-RTK-Rover

Leica GS18 T

Mit dem GS18 T ist das Vermessen und Abstecken von Punkten schneller und komfortabler als jemals zuvor. Beim GS18 T ist es nicht notwendig, beim Messen oder Abstecken den Lotstab senkrecht auszurichten. Sie können die Libelle wortwörtlich vergessen (#ForgetTheBubble). Nach einer Fragestunde mit Bernhard Richter, GNSS-Geschäftsführer bei Leica Geosystems zum neuen Produkt, gibt uns das folgende Interview mit Paul Dainty, Anwendungstechniker bei Leica Geosystems, tiefere Einblicke in die Anwendung und Funktionsweise des neuen Leica GS18 T.

Was ist das Besondere am GS18 T? Wie funktioniert er?

Der Leica GS18 T unterscheidet sich von anderen Produkten am Markt, da er kein Magnetometer zur Neigungskorrektur des Lotstabes bei jeder Messung benötigt. Ein Magnetometer wird durch Metallgegenstände wie Fahrzeuge, Eisenzäune und Träger beeinträchtigt, sogar durch Stahlbeton, der auf fast jeder Baustelle zu finden ist. Um genaue und zuverlässige Neigungswerte zu erhalten, entwickelte Leica Geosystems eine anwendungsspezifische leistungsstarke und leichte IMU (Inertial Micro Unit), die in die GNSS-Antenne integriert ist. Die Echtzeit-Neigungskompensation verbindet die GNSS-Daten mit den Neigungs- und Richtungswerten der IMU. Im Gegensatz zu GNSS-Antennen mit Magnetometer ist die Neigungskompensation des GS18 T kalibrationsfrei und unempfindlich gegenüber Störungen durch Metallgegenstände.

Wie ist die Messleistung unter schwierigen Bedingungen, zum Beispiel bei Straßenschluchten oder dichten Laubwäldern?

Genauso wie die Leica Viva GS16 ist der Leica GS18 T eine selbstlernende GNSS-SmartAntenne mit erstklassiger Leistung. Dieses lernfähige Messgerät versorgt in Verbindung mit RTKplus Messtechniker auf der Baustelle mit der besten Position durch automatisches Auswählen der optimalen Signalkombination. Zudem ist der GS18 T gut für die Zukunft gerüstet. Mit seinen 555 Kanälen kann er die Signale aller weltweit gängigen GNSS-Systeme empfangen, zum Beispiel Glonass, Galileo, BeiDou oder QZSS (weitere Angaben dazu im GS18 T Datenblatt).

Und wie genau sind die Messungen mit Neigungskompensation?

Die Genauigkeit hängt von vielen Faktoren ab. Es gibt die Genauigkeit der GNSS-Position. Die genannte RTK-Lösung gleicht dem GS16 – normalerweise 8 mm + 1 ppm (einfache Basislinienlänge) Hz und 15 mm + 1 ppm (einfache Basislinienlänge) V. Die Genauigkeit der Neigungsmessung setzt sich aus der Genauigkeit der Neigung und Genauigkeit der Neigungsrichtung zusammen. Die Genauigkeit der Neigung ist im Normalfall besser als 0°12'00" und die Genauigkeit der Neigungsrichtung besser als 1°00'00". Das bedeutet bei einer Stablänge von mehr als 1,8 m, dass die gesamte Neigungsgenauigkeit normalerweise weniger als 20 mm an der Stabspitze bei einem Neigungswinkel von 30° beträgt. Diese Genauigkeit ist vergleichbar mit und meist sogar besser als der Einsatz eines herkömmlichen GNSS-Lotstabes mit 20’ Libelle zum senkrechten Ausrichten.

Beträgt der Neigungswinkel des Lotstabes mehr als 30°, verringert sich die Genauigkeit der Messung in Schräglage aus zwei Gründen:

  1. Die Neigungsgenauigkeit sinkt bei zunehmender Neigung und die Genauigkeit der Neigungsrichtung hat eine größere Auswirkung.
  2. Bei steigendem Neigungswinkel verliert die Antenne den Kontakt zu einigen Satelliten, wodurch die GNSS-Positionsqualität sinkt.

Auf jeden Fall zeigt der Qualitätsindikator für die Position in Leica Captivate eine Kombination aus GNSS-Positionsqualität und Neigungsqualität an und stellt somit die tatsächliche Genauigkeit der Stabspitze dar.

Leica GS18 T

Genauigkeit der Stabspitze: 0,0175 Meter. Anzeige auf dem Feldbildschirm in Leica Captivate v3.0.

Funktioniert auch das Abstecken mit einem schrägen Lotstab?

Ja, die Neigungskompensation ist in jeder Captivate-App, mit der vermessen wird, einsetzbar. Das bedeutet, dass auch Abstecken schneller und viel komfortabler als jemals zuvor ist. Beim Abstecken mit herkömmlicher GNSS-Ausrüstung sind verschiedene Schritte nötig, die gleichzeitig auszuführen sind:

  • Lesen und bewerten der Anweisungen auf dem Bildschirm
  • Orientieren, Lotstab laut Anweisungen bewegen
  • Den Lotstab senkrecht halten.

Das Senkrechthalten des Lotstabes ist nicht mehr notwendig. Mit dem GS18 T und der neuen Captivate v3.0 wird Abstecken viel einfacher und zu einer komplett neuen Erfahrung. Mithilfe der Neigungsangaben und Sensorausrichtung erleichtern die intuitiven 3D-Anweisungen die Ansteuerung eines Absteckpunktes.

Leica GS18 T

Abstecken erheblich vereinfacht: Dank der leistungsstarken und intuitiven 3D-Ansicht ist das Anvisieren von Punkten einfacher.

Was heißt das, wenn Leica Geosystems sagt: "Vermessen Sie schwer erreichbare Punkte, die vorher nicht vermessbar waren"?

Mit einem herkömmlichen GNSS-RTK-Rover konnten Stellen wie Gebäudeecken, Mauern, Zäune, Lichtmasten oder Punkte unter Hindernissen wie Autos nicht direkt mit einem senkrechten Lotstab vermessen werden. Zum Beispiel müsste man zur Vermessung einer Gebäudeecke einen Punkt in der Nähe bestimmen und eine Ausgleichsmessung zu diesem Punkt durchführen. Oder ein anderes Vermessungsverfahren wie eine Totalstation anwenden. Beide Varianten kosten Zeit und Produktivität. Mit dem GS18 T kann eine Gebäudeecke direkt erfasst werden, weil der Lotstab geneigt sein kann und die Stabspitze einfach und schnell an der Ecke positioniert werden kann. Dasselbe gilt auch für andere schwer zugängliche Objekte. Mit dem GS18 T ist Vermessung einfacher und schneller als jemals zuvor.

Zum besseren Verständnis sei Ihnen das folgende GS18 T Erklärvideo empfohlen:

Wird die Genauigkeit durch die Vermessung neben Gebäuden beeinträchtigt?

Das ist eine sehr gute Frage, die bereits gestellt wurde. Bei der Vermessung neben Gebäuden erhöht sich wahrscheinlich die Anzahl der Mehrwegeffekte und ein Teil der Sichtverbindung zum Himmel wird durch Gebäude blockiert, was die Anzahl der sichtbaren Satelliten reduziert. Das ist mit GNSS eine Herausforderung. Der GS18 T mit RTKplus-Technologie ist selbstlernend: Der Sensor verwendet automatisch die besten Signale und schwächt Mehrwegsignale weitgehend ab, um seine Position zu berechnen. Sofern sich der Sensor mit genügend Satelliten verbinden kann, wird eine RTK-Position berechnet und die GNSS-Positionsqualität angezeigt. Auch wenn die Genauigkeit nicht so gut wie beim Vermessen mit freier Sicht auf den Himmel ist, kann der angezeigten GNSS-Positionsqualität vertraut werden und Sie kennen immer die Genauigkeit des gemessenen Punktes.

Wo kann der neue Leica GS18 T getestet werden?

Fragen Sie einfach Ihren Leica- Geosystems-Händler vor Ort nach einer praxisnahen Demo.

Paul Dainty

Paul Dainty
Anwendungstechniker bei Leica Geosystems

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